Erdgasspeicher Jemgum:
Ab Februar Soletransport per Schiff

Jemgum. Der Speicherbau auf dem astora-Gelände in Jemgum geht weiter:
Zum Abtransport der Sole wird astora jetzt zwei Schiffe einsetzen. Die
Tankschiffe transportieren die Sole, die beim Kavernenbau entsteht, vom
Speichergelände zur Landemole nach Rysum. Dort gelangt sie über die
bereits genehmigte Einleitstelle an der Außenems in die Nordsee. Der
ursprünglich geplante Abtransport der Sole über Land ist aufgrund eines
Anfang September 2013 aufgetretenen Schadens an der Soletransportleitung
noch nicht wieder möglich. „Solange die Soletransportleitung nicht vollständig
überprüft wurde, transportieren wir die Sole per Schiff“, erklärt Projektleiter
Arkadius Binia. „Umwelt- und Sicherheitsstandards gehen bei uns ganz klar
vor. Aus diesem Grund setzen wir nach Erhalt der erforderlichen
Genehmigungen Spezialschiffe ein, die für einen solchen Transport
zugelassen sind. Natürlich bedeutet dies auch einen zusätzlichen
Kostenaufwand.“

Gasbefüllung im ersten Quartal 2014

Eine der Kavernen wurde in diesen Wochen planmäßig fertig gestellt. Der
Hohlraum der Kaverne ist derzeit noch mit Sole gefüllt. Die so genannte
„Gaserstbefüllung“ soll im ersten Quartal 2014 stattfinden. Um die Kaverne
mit Erdgas zu befüllen, wird die im Inneren befindliche Sole durch die
Einleitung des Gases verdrängt. Damit die Sole zeitgleich abtransportiert
werden kann, wird das Soletransportsystem auf dem Speichergelände jetzt
so angepasst, dass eine direkte Verladung auf die Schiffe möglich ist. Dafür
wird das Tankschiff über eine Leitung direkt mit der Solanlage verbunden. Die
Leitung wird auf Höhe des Pumpwerks über den Deich verlegt. Eine
automatische Kupplung sorgt dafür, dass die Sole erst dann in die Schiffe
gepumpt werden kann, wenn der Anschluss sicher und fest verschlossen ist.
Vorher kann die Sole nicht fließen.

Bauarbeiten auf dem Firmengelände

Die ersten Vorbereitungen für den Transport per Schiff haben auf dem
Gelände der astora bereits im Dezember begonnen. Zusammen mit dem
Ingenieurbüro PSE-Engineering GmbH aus Hannover errichtet astora dafür
zunächst eine Baufläche. Die Umrüstung der Anlagen soll bis Ende Januar
2014 abgeschlossen sein. Dies gilt auch für notwendige Arbeiten am
Außendeich und in Rysum/An der Knock. „Der Beginn der Gaserstbefüllung
und damit auch die Soleentleerung der ersten Kaverne ist für Februar 2014
geplant“, erklärt Projektleiter Binia. „Die Kavernenentleerung wird
voraussichtlich 120 Tage dauern. Wir sind optimistisch, dass dieser Zeitplan
eingehalten werden kann.“

Untersuchungen an Soletransportleitung fortgeführt

Am 3. September 2013 wurde eine Leckage an der Soletransportleitung
Jemgum-Rysumer Nacken festgestellt. Die Projektpartner EWE Gasspeicher
und astora haben den Soletransport sofort eingestellt und die zuständigen
Behörden informiert. Die schadhafte Stelle, ein Riss von etwa 13 mm Länge,
konnte innerhalb von 24 Stunden abgedichtet werden. Um die Pipeline
vollständig untersuchen zu können ist der Transport der Sole durch die
Leitung weiterhin eingestellt. Der Betrieb wird erst dann wieder
aufgenommen, wenn ein sicherer Soletransport garantiert werden kann. Für
die Wiederaufnahme bedarf es der Genehmigung des Landesamtes für
Bergbau, Energie und Geologie (LBEG).

Die astora GmbH & Co. KG mit Sitz in Kassel zählt zu den größten Erdgasspeicherbetreibern in Europa. Im norddeutschen Rehden verfügt das Unternehmen über den größten Erdgasspeicher Westeuropas – mit einem Volumen von über vier Milliarden Kubikmetern Arbeitsgas. Zudem hält die Speichergesellschaft Kapazitäten am zweitgrößten Speicher Mitteleuropas in Haidach, Österreich. Zur sicheren Versorgung Europas mit Erdgas wird derzeit zudem der Erdgasspeicher Jemgum an der deutsch-niederländischen Grenze errichtet.

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