Mehr Versorgungssicherheit für Europa

Kapazität des Erdgasspeicher Haidachs auf über 2,6 Milliarden Kubikmeter erweitert / Zweitgrößter Erdgasspeicher offiziell in Betrieb genommen

Straßwalchen, 19. Mai 2011. Nach nur zwei Jahren Bauzeit haben die Energieunternehmen RAG, WINGAS und Gazprom den Ausbau des Erdgasspeichers Haidach in der Nähe von Salzburg abgeschlossen. Mit einer Kapazität von über 2,6 Milliarden Kubikmeter Erdgas* ist der Speicher Haidach der zweitgrößten Erdgasspeicher Mitteleuropas - das Volumen entspricht in etwa einem Viertel des österreichischen Jahresbedarfes an Erdgas. "Eine der größten Herausforderungen bei der Energieversorgung ist die Speicherbarkeit von Energie", sagte Markus Mitteregger, Generaldirektor der österreichischen Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft (RAG), bei der offiziellen Inbetriebnahme vor zahlreichen Gästen aus Politik und Wirtschaft. "Erdgasspeicher sind die Energiespeicher der Zukunft. Mit der nachhaltigen Nutzung der ehemaligen Erdgaslagerstätte Haidach als unterirdischen Speicher leisten wir nun einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit Europas." Insgesamt 300 Millionen Euro haben die drei Unternehmen in den vergangenen Jahren in die Entwicklung des Speichers, der von der RAG betrieben wird, investiert.

"Erdgasspeicher sind eine entscheidende Säule für eine sichere Energieversorgung in Europa. Große Investitionen sind notwendig, um diese Infrastruktur auszubauen. Der Speicher Haidach ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie starke Partner in der Energiebranche ihre jeweiligen Kompetenzen kombinieren und mit Erfolg ein solches Projekt gemeinsam realisieren", erklärte Dr. Gerhard König, Sprecher der WINGAS-Geschäftsführer. Das Unternehmen ist einer der größten Erdgasversorger Deutschlands. "Der Ausbau des Speichers Haidach ist ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung der zusammenwachsenden europäischen Gasmärkte", so König. "Der Ausbau des Untertagespeichernetzwerks und der Speicherkapazitäten in Europa wird Gazprom in die Lage versetzen, zusätzliche Gasmengen zu vertreiben und darüber hinaus einen maßgeblichen Beitrag zur Stärkung der regionalen Energieversorgungssicherheit leisten. Mit seiner Position im Herzen Europas stellt der Untertagespeicher Haidach ein besonders erfolgreiches Projekt seiner Art dar", so Alexander Medwedew, stellvertretender Vorsitzender des Gazprom-Vorstands.

Erdgasspeicher sind entscheidend für eine sichere Energieversorgung

Mit der Nachnutzung der natürlichen Erdgaslagerstätte Haidach als Erdgasspeicher setzen die drei Unternehmen auf die effizienteste, umweltfreundlichste und sicherste Form, Erdgas zu speichern. Das Speichergestein in Haidach ist mit teilweise über 100 Metern ungewöhnlich mächtig und erstreckt sich über 17,5 Quadratkilometer. "Durch die hohe Durchlässigkeit des Gesteins können pro Stunde  rund eine Million Kubikmeter Erdgas eingespeichert und auch entnommen werden", erläutert Markus Mitteregger. Europaweit gibt es nur wenige Erdgaslagerstätten, die sich durch solche idealen Bedingungen auszeichnen wie in Haidach. Die Erdgaslagerstätte Haidach wurde 1997 als Porenlagerstätte in über 1600 Meter Tiefe von der RAG gefunden und war mit einem Volumen von 4,3 Milliarden Kubikmetern einer der größte Funde Österreichs. Die erste Ausbaustufe des Speichers wurde 2007 mit einer Kapazität von 1,2 Milliarden Kubikmeter Erdgas in Betrieb genommen. Der jetzt abgeschlossene Ausbau wurde 2009 gestartet. Am Erdgasspeicher Haidach sind die RAG, WINGAS und Gazprom zu je einem Drittel beteiligt.

Erdgasspeicher sind ein wichtiges Instrument für eine sichere Energieversorgung - erst ihr Einsatz garantiert die stabile Verfügbarkeit des umweltschonenden Energieträgers Erdgas im benötigten Umfang. Sie ermöglichen den Ausgleich zwischen der gleichmäßigen Erdgaslieferung und den schwankenden Erdgasverbrauch auf der einen Seite und den Ausgleich zwischen saisonalen und täglichen Verbrauchsschwankungen auf der anderen Seite  Erdgas wird kontinuierlich das ganze Jahr über in etwa gleich großen Mengen gefördert und über teilweise große Entfernungen transportiert. Der Energieverbrauch von Industrie, Kraftwerken und Haushalten ist aber je nach Jahres- und Tageszeit unterschiedlich. Im Winter wird wesentlich mehr verbraucht als im Sommer und tagsüber mehr als nachts. Da die Europäische Union künftig immer mehr Erdgas wird importieren müssen, um den heimischen Bedarf zu decken, steigt auch der Bedarf an zusätzlichen Speicherkapazitäten.

Erdgas ist der Energieträger der Zukunft

Um die ambitionierten Klimaschutzziele der europäischen Regierungen erreichen zu können, nimmt vor allem Erdgas eine wichtige Rollen in der künftigen Energieversorgung ein: Erdgas ist der umweltschonendste fossile Energieträger mit den geringsten Emissionswerten, es ist im Gegensatz zu Wind- und Solarenergie speicherbar, somit jederzeit verfügbar und ermöglicht damit in Kombination mit hocheffizienten Gaskraftwerken den versorgungssicheren Einsatz der erneuerbaren Energien.

*Bei einer Temperatur von 0 Grad Celsius.

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